Aluminiumzaun: Kosten, Kontaktkorrosion und Grenzen
Aluminiumzaun im Überblick: warum er nicht rostet, wo Kontaktkorrosion trotzdem auftritt und für wen sich der Aufpreis gegenüber Stahl rechnet.

Ein Aluminiumzaun kostet 170 bis 260 Euro je Meter und ist damit die teuerste gängige Zaunart — dafür rostet er nicht, braucht nie Pflege und wiegt rund ein Drittel eines Stahlzauns. Das Gewicht ist dabei nicht nur ein Montagevorteil: Es entscheidet darüber, wie lange Tore und Beschläge halten.
Dieses Porträt klärt, wo der Aufpreis sich rechnet und wo nicht. Alle Bauarten im Vergleich stehen unter Zaunarten im Vergleich.
Das Wichtigste in Kürze
- Material je lfm
- 170 bis 260 Euro
- Standzeit
- 30 Jahre und mehr
- Gewicht gegenüber Stahl
- rund ein Drittel
- Pflege
- keine
- Rost
- ausgeschlossen
- Schwachstelle
- Kontaktkorrosion an Verbindungen
Warum rostet Aluminium nicht?
Weil es sich selbst schützt. An der Luft bildet Aluminium innerhalb von Sekunden eine hauchdünne Oxidschicht, die fest haftet und das Metall darunter abschließt. Wird sie verletzt, bildet sie sich sofort neu.
Das ist der entscheidende Unterschied zu Stahl. Rost auf Stahl ist porös, blättert ab und lässt die nächste Schicht angreifen — die Oxidschicht auf Aluminium ist dicht und stoppt den Vorgang.
Bei Zaunprofilen kommt eine Pulverbeschichtung dazu, meist in RAL 7016 Anthrazitgrau. Sie dient der Optik, nicht dem Korrosionsschutz. Ein Kratzer in der Beschichtung ist deshalb ein Schönheitsfehler und kein Schaden — anders als beim Metallzaun aus Stahl, wo an derselben Stelle der Rost beginnt.

Wo ist die Schwachstelle?
An den Verbindungen zu anderen Metallen. Treffen Aluminium und ein unedleres Metall bei Feuchtigkeit aufeinander, entsteht ein galvanisches Element — und das unedlere Metall wird angegriffen. Kontaktkorrosion nennt sich das.
Praktisch betrifft das drei Stellen:
- Verzinkte Schrauben in Aluminiumprofilen. Nimm Edelstahl A2, oder besser die vom Hersteller mitgelieferten Verbinder.
- Aluminiumpfosten auf verzinktem Stahlträger. Dazwischen gehört eine trennende Kunststoffunterlage.
- Direkter Kontakt mit frischem Beton. Beton ist stark alkalisch und greift Aluminium an. Beim Einbetonieren gehört ein beschichteter Fuß oder eine Trennlage dazwischen.
Der letzte Punkt wird oft übersehen, weil Aluminium als sorglos gilt. Hersteller liefern deshalb meist Systempfosten zum Aufdübeln statt zum Einbetonieren — siehe Zaunpfosten befestigen.
Was bedeutet das geringe Gewicht?
Mehr, als es zunächst klingt. Ein Aluminiumfeld wiegt rund ein Drittel eines vergleichbaren Stahlfeldes, und das wirkt sich an drei Stellen aus.
Bei Toren. Ein leichteres Torblatt belastet Bänder und Torpfosten dauerhaft weniger. Ausgeschlagene Lagerstellen sind der häufigste Grund, warum Tore hängen — siehe Gartentor hängt oder schleift. Bei breiten Toren ab drei Metern ist Aluminium deshalb oft die vernünftigere Wahl, unabhängig vom Preis.
Bei der Montage. Felder lassen sich allein handhaben, wo bei Stahl zwei Personen nötig wären.
Bei Torantrieben. Weniger Masse bedeutet weniger Beschleunigungskraft und geringeren Verschleiß. Details unter Torantrieb.
🔧 Aus der Praxis: Plan bei langen Feldern eine Dehnungsreserve ein. Aluminium dehnt sich bei Erwärmung stärker als Stahl — bei einem Feld von zwei Metern und vierzig Grad Temperaturunterschied sind das rund zwei Millimeter. Systemhersteller berücksichtigen das in ihren Halterungen, bei Sonderanfertigungen musst du selbst darauf achten.
Was kostet ein Aluminiumzaun?
| Ausführung | Material je lfm | Sichtschutz |
|---|---|---|
| Senkrechte Stäbe, offen | 170–210 € | keiner |
| Waagerechte Lamellen, offen | 190–230 € | gering |
| Rhombusprofil | 200–250 € | 85–95 % |
| Geschlossene Füllung | 220–260 € | 100 % |
Preise Stand August 2026 bei 1,80 Metern Höhe. Zum Vergleich: Ein Doppelstabmattenzaun liegt bei 42 bis 70 Euro, ein Bretterzaun aus Lärche bei 100 bis 130. Aluminium kostet also das Zwei- bis Vierfache.
Über dreißig Jahre gerechnet relativiert sich das teilweise, weil weder Anstrich noch Ersatz anfallen. Es relativiert sich aber nicht vollständig — die Doppelstabmatte hält ebenso lange und kostet ein Drittel. Die Rechnung steht unter Zaun Kosten pro Meter.
Für wen lohnt sich der Aufpreis?
Drei Fälle, in denen ich ihn für begründet halte.
Bei Toren ab drei Metern Breite. Hier ist das Gewicht ein technisches Argument, kein Komfort. Ein schweres Torblatt arbeitet über Jahre an den Beschlägen.
In Küstennähe. Salzhaltige Luft greift verzinkten Stahl deutlich schneller an. Aluminium ist dort unempfindlich, wo Stahl regelmäßig nachgearbeitet werden müsste.
Bei gestalterischem Anspruch. Aluminium lässt sich zu Profilen strangpressen, die in Stahl nicht wirtschaftlich wären. Wer eine bestimmte Optik will — schmale Lamellen, präzise Kanten, exakte Farbtöne — bekommt sie hier.
Nicht lohnt er sich als reine Grundstücksabgrenzung. Dort leistet eine Doppelstabmatte dasselbe für ein Drittel des Preises, siehe Doppelstabmattenzaun.
Was solltest du beim Kauf beachten?
- Wandstärke der Profile. Sie steht selten im Angebot, macht aber den Unterschied zwischen einem stabilen und einem klappernden Zaun. Frag danach.
- Systemzugehörigkeit. Aluminiumzäune sind Systeme. Pfosten, Halter und Füllungen eines Herstellers lassen sich nicht mit denen eines anderen kombinieren.
- Nachkaufbarkeit. Bei einem Zaun, der dreißig Jahre stehen soll, ist das eine reale Frage. Kauf ein Reserveelement.
- Beschichtungsqualität. Achte auf Angaben zur Vorbehandlung; eine Pulverbeschichtung ohne saubere Vorbehandlung löst sich nach Jahren ab.
Anforderungen an Beschichtungen auf Aluminium führt das Deutsche Institut für Normung. Was ein Angebot enthalten muss, erklärt die Verbraucherzentrale.
⚠️ Vier Fehler beim Aluminiumzaun:
- Verzinkte Schrauben verwendet. Kontaktkorrosion greift das unedlere Metall an.
- Direkt in Beton gesetzt. Frischer Beton ist alkalisch und greift Aluminium an.
- Systeme gemischt. Pfosten und Halter verschiedener Hersteller passen nicht zusammen.
- Als reine Abgrenzung gekauft. Dafür leistet eine Doppelstabmatte dasselbe für ein Drittel.
Beim Zuschnitt von Aluminiumprofilen gelten die Regeln der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft: Schutzbrille und Gehörschutz, das Material erzeugt scharfe Späne.
Häufige Fragen
Rostet ein Aluminiumzaun?
Nein. Aluminium bildet an der Luft eine dichte Oxidschicht, die das Metall darunter abschließt und sich bei Verletzung sofort neu bildet. Die Pulverbeschichtung dient der Optik, nicht dem Korrosionsschutz.
Was kostet ein Aluminiumzaun pro Meter?
170 bis 260 Euro Material bei 1,80 Metern Höhe, je nach Ausführung. Das ist das Zwei- bis Vierfache einer Doppelstabmatte, die ebenso lange hält.
Wann lohnt sich Aluminium gegenüber Stahl?
Bei Toren ab drei Metern Breite wegen des geringeren Gewichts, in Küstennähe wegen der Salzbelastung und bei gestalterischem Anspruch. Als reine Grundstücksabgrenzung lohnt der Aufpreis nicht.
Was ist Kontaktkorrosion?
Treffen Aluminium und ein unedleres Metall bei Feuchtigkeit aufeinander, wird das unedlere angegriffen. Verwende deshalb Edelstahlschrauben oder die Systemverbinder des Herstellers und trenne Aluminium von verzinktem Stahl mit einer Kunststoffunterlage.