Zum Inhalt springen
Unabhängig · keine Herstellerbeteiligung DE · AT · CH
gartenzaun.org

Zaunarten & Material

Holz oder WPC: der Vergleich über zwanzig Jahre

Kurz beantwortet

Holz oder WPC beim Zaun: die Kostenrechnung über zwanzig Jahre, Unterschiede im Alltag und wann welches Material die bessere Wahl ist.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 6 Min. Lesezeit

Holz oder WPC

Die Frage Holz oder WPC lässt sich auf einen Satz reduzieren: Holz kostet Zeit, WPC kostet Geld. Über zwanzig Jahre gerechnet liegen beide erstaunlich nah beieinander — der Unterschied ist, ob du zehnmal streichst oder einmal mehr bezahlst.

Dieser Vergleich stellt beide Materialien nebeneinander, mit Kosten, Standzeit und den Grenzen, die selten genannt werden. Alle Bauarten im Überblick stehen unter Zaunarten im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze

Holz je lfm
62 bis 160 Euro
WPC je lfm
95 bis 150 Euro
Standzeit Holz
10 bis 35 Jahre je nach Art
Standzeit WPC
20 bis 25 Jahre
Anstriche in 20 Jahren
7 bis 10 bei Holz, 0 bei WPC
Reparatur einzelner Teile
Holz ja, WPC kaum

Was ist WPC eigentlich?

Ein Verbundwerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff, meist im Verhältnis um sechzig zu vierzig. Der Holzanteil gibt Optik und Haptik, der Kunststoff die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit.

Daraus folgt eine Eigenschaft, die beim Bauen zählt: WPC verhält sich bei Wärme wie Kunststoff, nicht wie Holz. Es dehnt sich um ein bis drei Millimeter je Meter aus — bei einem Feld von 1,80 Metern also bis zu 5,4 Millimeter. Deshalb dürfen Füllbretter nie verschraubt werden, siehe WPC-Zaun montieren.

Wer vor der Frage Holz oder WPC steht, entscheidet damit auch über die Bauweise: Holz wird verschraubt, WPC gesteckt.

Die Variante mit Bambusfasern statt Holzmehl heißt BPC und verhält sich weitgehend gleich.

WPC-Zaun und Holzzaun im direkten Vergleich nebeneinander
WPC bleibt farbstabil, Holz vergraut – beides ist eine Entscheidung, keine Qualitätsfrage.

Holz oder WPC: was kostet beides über zwanzig Jahre?

Die Rechnung für zwanzig Meter bei 1,80 Metern Höhe, inklusive Fundamenten:

Douglasie Lärche WPC
Material beim Bau 1.700–2.300 € 2.000–2.600 € 1.900–3.000 €
Standzeit 14–18 Jahre 16–22 Jahre 20–25 Jahre
Anstriche in 20 Jahren 7–10 6–7 0
Material für Anstriche 420–700 € 360–560 €
Arbeitszeit gesamt 7–10 Tage 6–7 Tage 2–4 Stunden Reinigung je Jahr
Summe Material 20 Jahre 2.120–3.000 € 2.360–3.160 € 1.900–3.000 €

Preise Stand August 2026. Beim reinen Material nehmen sich alle drei wenig. Der Unterschied liegt in der letzten Zeile davor: sechs bis zehn Arbeitstage, verteilt über zwanzig Jahre. Wer diese Zeit einrechnet, kommt bei WPC deutlich günstiger heraus — wer gern streicht, umgekehrt.

Die vollständige Aufstellung aller Bauarten steht unter Zaun Kosten pro Meter.

Holz oder WPC im Alltag: wo liegen die Unterschiede?

Holz WPC
Pflege Anstrich alle 2–3 Jahre 1–2× jährlich reinigen
Farbe über die Zeit vergraut hellt im 1. Jahr leicht auf
Kratzer abschleifbar bleiben
Einzelteil tauschen 10 Minuten ganzes Feld abbauen
Am Hang anpassbar nur gestuft
Wärmeaufnahme gering hoch bei dunklen Tönen
Haptik warm kühler, glatter

Zwei Zeilen verdienen Erklärung. Der Tausch einzelner Teile ist der praktische Vorteil von Holz: Eine beschädigte Latte schraubst du ab und ersetzt sie. Bei einem WPC-Stecksystem sitzt das Brett in der Nut, und alle darüberliegenden müssen erst heraus.

Die Wärmeaufnahme überrascht viele. Ein anthrazitfarbener WPC-Zaun in der Südsonne wird deutlich wärmer als Holz — an einem Sitzplatz merkt man das.

🔧 Aus der Praxis: Fass beide Materialien an, bevor du entscheidest. Fotos zeigen die Optik, aber nicht den Unterschied in der Haptik — und der ist erheblich. Nimm ein Musterstück mit nach Hause und leg es einen Tag in die Sonne. Was sich dann noch gut anfühlt, passt an deinen Sitzplatz.

Wann ist WPC die bessere Wahl?

Wenn Pflege keine Option ist. Der eigentliche Kaufgrund, und ein legitimer. Sechs bis zehn Arbeitstage über zwanzig Jahre sind eine reale Größe.

Bei vollständiger Blickdichtheit. WPC-Stecksysteme haben keine Fugen. Holz auf Stoß kommt nah heran, braucht aber Dehnungsfugen, siehe Bretterzaun.

Bei gleichmäßiger Optik. Jedes Brett sieht aus wie das nächste. Wer das schätzt, bekommt es bei Holz nur mit Aufwand.

An Sitzplätzen mit Textilkontakt. Harzaustritt gibt es bei WPC nicht — bei Douglasie und Lärche in den ersten Jahren schon.

Wann bleibt Holz vorn?

Bei unregelmäßigem Gelände. Steckfelder lassen sich nicht neigen. Am Hang bleibt nur die gestufte Ausführung mit sichtbarem Versatz, siehe Zaun am Hang bauen.

Wenn du selbst bauen willst. Holz verzeiht Maßabweichungen, weil du jedes Feld einzeln zuschneidest. WPC-Systeme verlangen exakte Pfostenabstände.

Bei Sondermaßen. Eine bestimmte Höhe, ein bestimmter Lattenabstand, ein Übergang an eine Mauer — gibt es fertig selten.

Wenn die Optik altern soll. Ein vergrauter Lärchenzaun sieht nach zehn Jahren anders aus als am ersten Tag, und viele finden das schöner. WPC bleibt, wie es ist.

Was solltest du beim WPC-Kauf beachten?

  • Vollprofil oder Hohlkammer. Vollprofile sind schwerer, stabiler und teurer. Hohlkammerprofile können bei Frost Schaden nehmen, wenn Wasser eindringt und nicht ablaufen kann.
  • Coextrudiert oder nicht. Coextrudierte Ware hat eine zusätzliche Schutzschicht, ist farbstabiler und deutlich weniger kratzempfindlich.
  • Holzanteil. Ein höherer Anteil wirkt natürlicher, nimmt aber mehr Feuchtigkeit auf und neigt eher zu Fleckenbildung.
  • Systembindung. Pfosten, Nuten und Halter eines Herstellers lassen sich nicht mit denen eines anderen kombinieren. Kauf ein Reserveelement.

Was ein Angebot enthalten muss und welche Gewährleistungsrechte gelten, erklärt die Verbraucherzentrale. Zu Materialeigenschaften und Prüfverfahren führt das Deutsche Institut für Normung entsprechende Normen.

⚠️ Vier Irrtümer zum Vergleich:

  • „WPC ist wartungsfrei.” Es braucht keinen Anstrich, aber ein- bis zweimal jährlich Reinigung.
  • „Holz ist deutlich günstiger.” Beim Material nehmen sich beide über zwanzig Jahre wenig.
  • „WPC verzieht sich nicht.” Es dehnt sich bei Wärme stärker als Holz — nur anders.
  • „Kratzer lassen sich rausschleifen.” Bei Holz ja, bei WPC bleiben sie.

Zur Entsorgung ein Hinweis: WPC ist ein Verbundwerkstoff und gehört nicht ins Altholz. Informationen zu Verwertungswegen veröffentlicht das Umweltbundesamt. Unbehandeltes Holz lässt sich am Ende problemlos entsorgen — behandeltes nicht, siehe Kesseldruckimprägnierung.

Häufige Fragen

Ist WPC teurer als Holz?

Beim Material kaum. Ein WPC-Zaun kostet 1.900 bis 3.000 Euro auf zwanzig Metern, Lärche 2.000 bis 2.600. Über zwanzig Jahre kommen beim Holz allerdings sechs bis zehn Anstriche dazu — Material und Arbeitszeit.

Muss ich WPC pflegen?

Kein Anstrich, aber ein- bis zweimal jährlich reinigen mit Wasser und Bürste. Vom Hochdruckreiniger aus der Nähe würde ich abraten, weil er die Oberfläche aufraut.

Verzieht sich WPC?

Es dehnt sich bei Wärme um ein bis drei Millimeter je Meter — stärker als Holz, aber gleichmäßiger. Deshalb sitzen Füllbretter lose in der Nut und dürfen nie verschraubt werden.

Was passt besser an einen Hang?

Holz. Steckfelder lassen sich nicht neigen, sodass bei WPC nur die gestufte Ausführung bleibt — mit sichtbaren dreieckigen Lücken unter jedem Feld.