Zaun setzen lassen oder selbst bauen: die Rechnung
Zaun setzen lassen oder selbst bauen: was die Montage kostet, wie viel Zeit der Eigenbau braucht und wann der Fachbetrieb die vernünftigere Wahl ist.

Die Frage Zaun setzen lassen oder selbst bauen entscheidet sich nicht am Können, sondern an drei Faktoren: Bodenbeschaffenheit, Länge und verfügbare Wochenenden. Bei zwanzig Metern spart der Eigenbau 900 bis 2.400 Euro — und kostet zwei bis drei Wochenenden.
Dieser Beitrag rechnet beide Wege durch und nennt die Fälle, in denen Fachbetrieb die vernünftigere Wahl ist. Der Ablauf im Eigenbau steht unter Gartenzaun selber bauen.
Das Wichtigste in Kürze
- Montagekosten je lfm
- 45 bis 120 Euro
- Anteil an den Gesamtkosten
- 40 bis 60 Prozent
- Eigenbau 20 m
- 2 bis 3 Wochenenden
- Erdarbeiten davon
- 3 bis 5 Stunden
- Gewährleistung Fachbetrieb
- gesetzlich geregelt
- Wichtigster Faktor
- Bodenbeschaffenheit
Was kostet es, den Zaun setzen zu lassen?
45 bis 120 Euro je laufendem Meter, je nach Bauart und Aufwand. Damit macht die Arbeit 40 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus — bei günstigen Zaunarten sogar mehr als das Material.
| Zaunart | Material je lfm | Montage je lfm | Anteil Arbeit |
|---|---|---|---|
| Maschendraht | 18–35 € | 45–70 € | rund 65 % |
| Doppelstabmatte | 42–70 € | 50–80 € | rund 55 % |
| Lattenzaun Holz | 62–90 € | 60–95 € | rund 50 % |
| WPC-Steckzaun | 95–150 € | 70–110 € | rund 45 % |
| Aluminium oder Cortenstahl | 170–320 € | 80–120 € | rund 30 % |
Preise Stand August 2026, ohne Entsorgung eines Altzauns. Die letzte Spalte zeigt eine Regel, die man kennen sollte: Je günstiger die Zaunart, desto größer der relative Vorteil des Eigenbaus. Bei Maschendraht sparst du zwei Drittel, bei Aluminium ein knappes Drittel.
Die vollständige Aufstellung aller Bauarten steht unter Zaun Kosten pro Meter.

Was kostet der Eigenbau an Zeit?
Für zwanzig Meter zu zweit, ein Lattenzaun mit elf Pfosten:
| Arbeitsschritt | Zeit |
|---|---|
| Aufmessen und Einteilen | 1–2 Std. |
| Löcher graben | 3–5 Std. |
| Pfosten setzen und ausrichten | 3–4 Std. |
| Aushärten | 48 Std. Wartezeit |
| Felder montieren | 4–6 Std. |
| Anstrich, falls nötig | 4–6 Std. |
| Aufräumen und Entsorgung | 1–2 Std. |
In Summe 16 bis 25 Arbeitsstunden, verteilt auf zwei bis drei Wochenenden wegen der Aushärtezeit. Rechnet man die Ersparnis von 900 bis 2.400 Euro darauf um, ergibt das 40 bis 120 Euro je Stunde — für die meisten ein gutes Geschäft.
Der Posten, der die Rechnung kippt, ist das Graben. Bei elf Löchern von 80 Zentimetern Tiefe in normalem Boden sind drei bis fünf Stunden realistisch. In steinigem oder lehmigem Boden kann sich das verdoppeln oder verdreifachen — und dieser Punkt lässt sich vorher kaum abschätzen.
🔧 Aus der Praxis: Grab ein einziges Probeloch, bevor du entscheidest. Nimm den Spaten, geh an die geplante Zaunlinie und versuch, achtzig Zentimeter tief zu kommen. Wenn du nach zwanzig Minuten bei vierzig Zentimetern stehst und auf Steine triffst, hast du deine Antwort — dann sind es nicht fünf Stunden für elf Löcher, sondern fünfzehn. Diese zwanzig Minuten sind die belastbarste Entscheidungsgrundlage, die du bekommen kannst.
Zaun setzen lassen: wann lohnt der Fachbetrieb?
Fünf Fälle, in denen ich nicht zum Eigenbau raten würde.
Schwieriger Boden. Fels, Bauschutt oder stark verdichteter Untergrund. Ein Fachbetrieb hat einen Erdbohrer mit Antrieb, du hast einen Spaten.
Lange Strecken ab etwa fünfzig Metern. Der Zeitaufwand steigt linear, die Ersparnis auch — aber irgendwann sind es acht Wochenenden.
Systemzäune mit engen Toleranzen. Bei WPC und Aluminium entscheidet der Millimeter, und Felder lassen sich nicht kürzen. Details unter WPC-Zaun montieren.
Hohe geschlossene Flächen. Ab 1,80 Metern Sichtschutz wird die Statik relevant, und ein Fehler fällt buchstäblich auf.
Tore mit Antrieb. Der Elektroanschluss gehört ohnehin in Fachhände, siehe Torantrieb.
Wer den Zaun setzen lassen will, zahlt in diesen Fällen nicht für Bequemlichkeit, sondern für Gerät und Erfahrung.
Umgekehrt: Bei geradem Verlauf, normalem Boden, offener Bauart und überschaubarer Länge ist der Eigenbau eine ehrliche Empfehlung. Es ist Handwerk, kein Spezialwissen.
Was solltest du beim Angebot prüfen?
Angebote für Zaunbau sind schwer vergleichbar, weil die Leistungsgrenzen unterschiedlich gezogen werden. Fünf Posten fehlen besonders oft:
- Entsorgung des Altzauns. Bei imprägniertem Holz ist das behandeltes Altholz mit eigener Gebühr, siehe Kesseldruckimprägnierung.
- Aushub und Abtransport. Elf Löcher ergeben rund einen Kubikmeter Erde.
- Beton. Manche Angebote nennen nur Material und Montage.
- Kleinteile. Pfostenkappen, Klemmhalter, Schrauben — bei Systemzäunen ein eigener Block.
- Anfahrt und Baustelleneinrichtung.
Lass dir das Angebot nach Positionen aufschlüsseln, nicht als Pauschale. Und vergleich nicht den Endbetrag, sondern die Leistungsbeschreibung — was ein Angebot enthalten muss, erklärt die Verbraucherzentrale.
Was ist mit Gewährleistung?
Der Unterschied, der bei der reinen Kostenrechnung untergeht.
Beim Fachbetrieb bestehen gesetzliche Mängelansprüche. Wenn ein Pfosten nach zwei Jahren kippt, weil das Fundament zu flach war, ist das ein Mangel — und die Nacharbeit geht nicht zu deinen Lasten.
Im Eigenbau trägst du dieses Risiko selbst. Bei einem Fehler in der Gründung bedeutet das: Fundament raus, neu setzen, siehe Zaunpfosten austauschen.
Ein zweiter Punkt betrifft Schäden an Dritten: Fällt ein selbst gesetzter Zaun um und beschädigt etwas, greift die Privathaftpflicht — sofern die Ausführung nicht grob fehlerhaft war. Die Rechtstexte findest du bei gesetze-im-internet.de.
Für die meisten Gartenzäune ist das Risiko überschaubar. Bei hohen Sichtschutzwänden an einer Straße sieht die Abwägung anders aus.
Die Zwischenlösung
Der Weg, der selten genannt wird und oft der beste ist: Erdarbeiten vergeben, Rest selbst machen.
Das Graben ist der Teil mit dem schlechtesten Verhältnis von Aufwand zu Können — und der einzige, für den echtes Gerät einen Unterschied macht. Ein Betrieb mit Erdbohrer setzt elf Fundamente in zwei bis drei Stunden.
Was das kostet, hängt vom Betrieb ab, liegt aber meist deutlich unter der vollen Montage. Und du behältst die Arbeitsschritte, die Spaß machen und bei denen ein Fehler leicht zu beheben ist.
⚠️ Vier Fehler bei der Entscheidung:
- Boden nicht geprüft. Ein Probeloch kostet zwanzig Minuten und ändert die Rechnung komplett.
- Nur Endbeträge verglichen. Entsorgung, Aushub und Kleinteile fehlen unterschiedlich oft.
- Aushärtezeit vergessen. 48 Stunden bedeuten zwingend zwei Wochenenden.
- Systemzaun im Eigenbau bei knappen Toleranzen. Felder lassen sich nicht kürzen.
Beim Erdarbeiten und Heben gelten die Regeln der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Preisentwicklungen im Bau zeigt der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Zaun setzen zu lassen?
45 bis 120 Euro je laufendem Meter Montage, je nach Bauart. Damit macht die Arbeit 40 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus — bei günstigen Zaunarten wie Maschendraht sogar rund zwei Drittel.
Wie lange dauert der Eigenbau?
16 bis 25 Arbeitsstunden für zwanzig Meter zu zweit, verteilt auf zwei bis drei Wochenenden wegen der Aushärtezeit von 48 Stunden. Allein die Erdarbeiten machen drei bis fünf Stunden aus, in steinigem Boden deutlich mehr.
Wann lohnt sich ein Fachbetrieb?
Bei schwierigem Boden, Strecken ab etwa fünfzig Metern, Systemzäunen mit engen Toleranzen, geschlossenen Flächen über 1,80 Metern und bei Toren mit Antrieb. Bei geradem Verlauf, normalem Boden und offener Bauart ist der Eigenbau gut machbar.
Kann ich nur die Erdarbeiten vergeben?
Ja, und das ist oft die beste Lösung. Das Graben hat das schlechteste Verhältnis von Aufwand zu Können, und ein Betrieb mit Erdbohrer setzt elf Fundamente in zwei bis drei Stunden. Die Montage machst du dann selbst.