Palisadenzaun: Setztiefe, Holzwahl und Hangsicherung
Palisadenzaun im Überblick: wie tief die Hölzer stehen müssen, warum die Holzwahl hier stärker zählt als sonst und wo die Grenze zur Stützmauer liegt.

Ein Palisadenzaun ist die einzige Bauart, bei der das Holz dauerhaft im Erdreich steht — und genau daran entscheidet sich alles. Imprägnierte Kiefer hält so acht bis zwölf Jahre, Robinie fünfundzwanzig und mehr. Bei keiner anderen Zaunart macht die Holzwahl einen so großen Unterschied.
Diese Übersicht klärt Setztiefe, Holzwahl und die Grenze zwischen Zaun und Stützmauer. Alle Bauarten im Vergleich stehen unter Zaunarten im Vergleich.
Das Wichtigste in Kürze
- Material je lfm
- 55 bis 140 Euro
- Setztiefe als Zaun
- ein Drittel der Gesamtlänge
- Setztiefe als Hangstütze
- die Hälfte
- Standzeit Kiefer imprägniert
- 8 bis 12 Jahre
- Standzeit Robinie
- 25+ Jahre
- Übliche Durchmesser
- 6 bis 14 cm
Was ist ein Palisadenzaun?
Eine Reihe runder oder halbrunder Hölzer, senkrecht dicht nebeneinander gesetzt. Anders als beim Lattenzaun gibt es keine Pfosten und keine Riegel — jede Palisade steht für sich im Boden.
Daraus folgen zwei Eigenschaften. Der Zaun folgt jeder Geländelinie, weil jedes Holz einzeln in der Höhe gesetzt wird — am Hang ist das ein echter Vorteil gegenüber Systemfeldern. Und er hat keine tragende Struktur, die ihn zusammenhält.
Verbunden werden Palisaden meist durch zwei bis drei durchgehende Drähte, die durch vorgebohrte Löcher laufen. Bei hochwertigen Ausführungen sind sie zusätzlich mit einer rückseitigen Latte verschraubt.

Warum entscheidet die Holzwahl hier so stark?
Weil das Holz dauerhaft Erdkontakt hat. Das ist die härteste Belastung, die es für Holz gibt: An der Grenze zwischen Erde und Luft wirken Feuchtigkeit und Sauerstoff gleichzeitig, und genau dort arbeiten die Pilze.
| Holzart | Standzeit im Erdkontakt | Material je lfm |
|---|---|---|
| Kiefer, kesseldruckimprägniert | 8–12 Jahre | 55–85 € |
| Lärche | 10–14 Jahre | 75–105 € |
| Eiche, Kernholz | 18–25 Jahre | 110–150 € |
| Robinie | 20–30 Jahre | 95–140 € |
Preise Stand August 2026 bei einem Meter sichtbarer Höhe. Bemerkenswert ist der Vergleich zwischen Robinie und Eiche: Robinie hält länger und kostet weniger, weil sie schneller wächst und im Handel als Palisade verbreiteter ist.
Achte bei imprägniertem Holz auf die Gebrauchsklasse. Für Erdkontakt braucht es GK 4, für alles darüber genügt GK 3 — das steht auf dem Etikett. Ware in GK 3 im Boden hält nur einen Bruchteil. Die Dauerhaftigkeitsklassen führt das Deutsche Institut für Normung in DIN EN 350, die Holzarten im Detail stehen unter Gartenzaun Holz.
🔧 Aus der Praxis: Setz die Palisaden in ein Kiesbett, nicht in Beton. Beton umschließt das Holz dicht, hält die Feuchtigkeit am Fuß fest und verkürzt die Standzeit deutlich — dasselbe Problem wie beim direkt einbetonierten Zaunpfosten. Zwanzig Zentimeter Kies unter der Palisade lassen Wasser abziehen und bringen mehrere Jahre.
Wie tief müssen Palisaden stehen?
Als Faustregel ein Drittel der Gesamtlänge im Boden. Bei einer Palisade von 1,50 Metern bedeutet das fünfzig Zentimeter unter der Erde und einen Meter sichtbar.
| Einsatz | Anteil im Boden | Beispiel |
|---|---|---|
| Beeteinfassung, bis 40 cm sichtbar | ein Drittel | 60 cm Palisade, 20 cm tief |
| Zaun, bis 1,20 m sichtbar | ein Drittel | 180 cm Palisade, 60 cm tief |
| Hangstütze | die Hälfte | 200 cm Palisade, 100 cm tief |
Der Unterschied bei der Hangstütze ist wichtig. Sobald Erdreich seitlich gegen die Palisaden drückt, wirkt eine dauerhafte horizontale Kraft — und dagegen hilft nur mehr Einbindetiefe. Ein Drittel reicht dann nicht.
Bei Hangsicherungen über einem Meter Höhe gehört ohnehin eine Fachplanung dazu. Was schiefgeht, wenn eine Stützkonstruktion nachgibt, betrifft nicht nur dein Grundstück.
Zaun oder Stützmauer — wo ist die Grenze?
Ein Palisadenzaun steht frei, beidseitig auf gleichem Niveau. Sobald auf einer Seite Erdreich ansteht, wird daraus eine Stützkonstruktion — und die Anforderungen ändern sich grundlegend.
- Einbindetiefe steigt von einem Drittel auf die Hälfte.
- Entwässerung wird nötig. Hinter der Reihe gehört eine Kiesschicht, damit sich kein Wasserdruck aufbaut.
- Ein Vlies trennt Kies und Erdreich, sonst schlämmt die Drainage in wenigen Jahren zu.
- Die Genehmigungsfrage stellt sich. Stützmauern ab einer bestimmten Höhe sind in vielen Bundesländern genehmigungspflichtig.
Was in deinem Fall gilt, sagt dir das Bauamt. Die Gesetzestexte findest du bei gesetze-im-internet.de, Grundsätzliches im Beitrag zum Zaunrecht. Wie du einen normalen Zaun am Gefälle löst, steht unter Zaun am Hang bauen.
Wie setzt du Palisaden?
- Graben ausheben, in voller Länge, zwanzig Zentimeter tiefer als die Einbindetiefe.
- Kiesbett einfüllen, zwanzig Zentimeter, verdichten.
- Erste Palisade setzen und mit der Wasserwaage im Lot ausrichten.
- Schnur spannen auf der geplanten Oberkante, quer über die ganze Länge.
- Palisaden dicht nebeneinander stellen, jede einzeln gegen die Schnur ausrichten.
- Verdrahten oder verschrauben, zwei bis drei Ebenen, durch vorgebohrte Löcher.
- Verfüllen, lagenweise in Schichten von zwanzig Zentimetern, jede verdichten.
Schritt sieben wird oft in einem Zug erledigt. Das rächt sich: Locker verfülltes Erdreich sackt über den Winter, und die Reihe steht danach ungleichmäßig. Wie das Verdichten beim Fundament funktioniert, steht unter Löcher für Zaunpfosten graben.
Für wen lohnt sich ein Palisadenzaun?
Am Hang. Weil jede Palisade einzeln gesetzt wird, folgt die Reihe der Geländelinie ohne Stufen und ohne dreieckige Lücken. Keine andere Bauart kann das so einfach.
Als Übergang zwischen Ebenen. Beetkante, Terrassenabschluss, Wegbegrenzung — dort spielt der Palisadenzaun seine Stärke aus.
Bei niedrigen Höhen. Bis achtzig Zentimeter ist er stabil und wirtschaftlich. Darüber steigt der Materialbedarf stark, weil die Einbindetiefe mitwächst.
Nicht lohnt er sich als hoher Sichtschutzzaun. Für 1,80 Meter Höhe brauchst du Palisaden von 2,70 Metern Länge, von denen fast ein Meter unsichtbar im Boden verschwindet. Ein Bretterzaun ist dort günstiger und leichter, siehe Bretterzaun.
⚠️ Fünf Fehler beim Palisadenzaun:
- Palisaden einbetoniert. Beton hält die Feuchtigkeit am Fuß fest und verkürzt die Standzeit.
- Imprägnierung in GK 3 verwendet. Für Erdkontakt braucht es GK 4.
- Als Hangstütze zu flach gesetzt. Bei seitlichem Erddruck ist die Hälfte der Länge nötig.
- Ohne Entwässerung gestützt. Wasserdruck hinter der Reihe drückt sie über die Jahre nach vorn.
- In einem Zug verfüllt. Das Erdreich sackt, die Oberkante wird wellig.
Beim Ausheben und beim Heben schwerer Hölzer gelten die Regeln der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft: aus den Beinen heben, bei tiefen Gräben Böschung beachten, Sicherheitsschuhe. Preisentwicklungen zeigt der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts.
Häufige Fragen
Wie tief müssen Palisaden in den Boden?
Als Zaun ein Drittel der Gesamtlänge, also 60 Zentimeter bei einer Palisade von 1,80 Metern. Als Hangstütze die Hälfte, weil dauerhaft seitlicher Erddruck wirkt.
Welches Holz eignet sich für Palisaden?
Robinie mit 20 bis 30 Jahren im Erdkontakt, gefolgt von Eiche. Imprägnierte Kiefer erreicht 8 bis 12 Jahre und muss zwingend in Gebrauchsklasse 4 ausgeführt sein — Ware in GK 3 hält im Boden nur einen Bruchteil.
Soll ich Palisaden einbetonieren?
Nein. Beton umschließt das Holz dicht und hält Feuchtigkeit am Fuß fest. Ein Kiesbett von zwanzig Zentimetern lässt Wasser abziehen und bringt mehrere Jahre zusätzliche Standzeit.
Eignet sich ein Palisadenzaun als Sichtschutz?
Bis etwa 1,20 Metern ja. Darüber wird er unwirtschaftlich, weil die Einbindetiefe mitwächst: Für 1,80 Meter Sichthöhe brauchst du Palisaden von 2,70 Metern Länge. Ein Bretterzaun ist dort günstiger.