Zaun streichen: Menge, Werkzeug und Reihenfolge
Zaun streichen: wie viel Lasur du wirklich brauchst, warum liegend vor der Montage das bessere Ergebnis bringt und welches Wetterfenster passt.

Beim Zaun streichen entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis: liegend vor der Montage statt stehend danach. An einem aufgestellten Zaun kommst du an Rückseiten, Innenkanten und Stirnflächen nicht heran — und genau dort beginnt die Fäulnis.
Dieser Beitrag klärt Mengen, Werkzeug und Wetterfenster. Welches Mittel in welchem Abstand, steht unter Holzzaun pflegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verbrauch je m² und Anstrich
- 80 bis 150 ml
- Zeitaufwand 20 m
- 4 bis 8 Stunden
- Wetterfenster
- 12 bis 25 Grad, bedeckt
- Holzfeuchte
- unter 15 Prozent
- Trocknung zwischen Aufträgen
- 12 bis 24 Stunden
- Kritischste Stelle
- Stirnkanten
Wie viel Material brauchst du?
Mehr, als die Zaunlänge vermuten lässt — weil ein Zaun zwei Seiten hat und Latten vier.
| Zaunart, 20 m bei 1,50 m | Zu streichende Fläche | Bedarf je Anstrich |
|---|---|---|
| Lattenzaun, Lücken 4 cm | rund 45 m² | 3,6–6,8 l |
| Bretterzaun geschlossen | rund 60 m² | 4,8–9,0 l |
| Staketenzaun | rund 30 m² | 2,4–4,5 l |
| Jägerzaun | rund 40 m² | 3,2–6,0 l |
Die Faustregel: Zaunfläche mal zwei für beide Seiten, plus dreißig Prozent für Kanten und Stirnflächen. Bei einem Lattenzaun kommt der Aufschlag über die Schmalseiten der Latten zustande — bei einer Latte von 20 mal 90 Millimetern machen die Kanten rund ein Drittel der Oberfläche aus.
Wer einen Zaun streichen will, rechnet also nicht mit der sichtbaren Fläche, sondern mit der abgewickelten.
Der Jägerzaun liegt trotz geringer Fläche hoch im Aufwand, weil die gekreuzten Latten viele Überlappungen haben. Details unter Jägerzaun.
Rechne beim ersten Anstrich auf sägerauem Holz mit dem oberen Wert: Es saugt deutlich mehr als gehobelte Ware.

Warum liegend vor der Montage?
Weil du dann an alle sechs Flächen kommst. An einem stehenden Zaun sind es vier — die Rückseite der Latte am Riegel und die untere Stirnkante bleiben unbehandelt.
Genau diese beiden Stellen sind die kritischen:
- Stirnkanten saugen um ein Vielfaches stärker als die Längsflächen, weil dort die Holzfasern offen liegen. Eine unbehandelte untere Stirnkante zieht Wasser wie ein Docht.
- Die Auflagefläche am Riegel trocknet nach jedem Regen am langsamsten. Unbehandelt beginnt dort die Fäulnis, unsichtbar von hinten.
Der Zeitunterschied ist überschaubar: Liegend auf zwei Böcken streichst du zwanzig Meter Latten in vier bis fünf Stunden, stehend brauchst du sechs bis acht — und hast das schlechtere Ergebnis.
Wenn der Zaun schon steht, lohnt sich zumindest, die untere Stirnkante zu behandeln. Bei fünf bis zehn Zentimetern Bodenfreiheit kommst du mit einem flachen Pinsel heran.
🔧 Aus der Praxis: Streich die Stirnkanten zweimal, bevor du die Flächen anfängst. Sie saugen so viel stärker, dass ein einzelner Auftrag dort praktisch verschwindet — während die Fläche daneben schon gesättigt ist. Wer erst alle Kanten doppelt behandelt und dann die Flächen streicht, bekommt ein gleichmäßiges Bild und schützt genau die Stellen, an denen Wasser eindringt.
Welches Wetter brauchst du?
12 bis 25 Grad, bedeckt, und für 24 Stunden kein Regen.
| Bedingung | Warum |
|---|---|
| Bedeckt statt Sonne | in der Sonne trocknet die Oberfläche, bevor das Mittel einzieht |
| Über 12 Grad | darunter härten viele Mittel nicht richtig aus |
| Unter 25 Grad | darüber wird der Auftrag ungleichmäßig |
| Holzfeuchte unter 15 Prozent | auf feuchtem Holz haftet nichts |
| Kein Regen für 24 Stunden | frischer Anstrich wäscht sich aus |
Nach Regen brauchst du zwei bis drei trockene Tage, bevor das Holz wieder aufnahmefähig ist. Bei frisch imprägnierter Ware sind es vier bis acht Wochen — sie enthält noch Feuchtigkeit aus dem Verfahren, siehe Kesseldruckimprägnierung.
Der praktische Test: Ein Tropfen Wasser auf die Fläche. Zieht er innerhalb einer Minute ein, ist der Zeitpunkt richtig. Perlt er ab, sitzt noch altes Mittel darauf oder das Holz ist zu feucht.
Womit Zaun streichen: Pinsel, Rolle oder Sprühgerät?
Pinsel schlägt Rolle, und beides schlägt die Sprühpistole — jedenfalls beim Zaun.
- Flachpinsel, 60 bis 80 Millimeter. Das Standardwerkzeug. Er bringt das Mittel in die Fasern statt nur darauf.
- Schmaler Pinsel für Kanten, 30 Millimeter. Für Stirnflächen und Innenecken.
- Lasurrolle nur auf großen glatten Flächen, und immer mit dem Pinsel nachziehen.
- Sprühgerät nur bei sehr langen Strecken. Es geht schnell, erzeugt aber Verluste durch Sprühnebel und dringt schlechter ein.
Beim Sprühen kommt hinzu, dass Nachbargrundstücke, Pflanzen und Terrassenplatten mitgetroffen werden. Wer sprüht, deckt großflächig ab — und arbeitet nur bei Windstille.
Zaun streichen: der Ablauf Schritt für Schritt
- Reinigen. Bürste und Wasser, bei Grünbelag milde Seife. Kein Hochdruckreiniger aus der Nähe, er raut die Fasern auf.
- Trocknen lassen, zwei bis drei Tage.
- Anschleifen, Körnung 120 bis 150, wenn eine alte Schicht rau oder angewittert ist.
- Staub entfernen, trocken abbürsten.
- Stirnkanten zweimal streichen.
- Flächen streichen, in Faserrichtung, dünn.
- 12 bis 24 Stunden trocknen lassen, dann zweiter Auftrag.
Zwei dünne Aufträge sind immer besser als ein dicker. Was nicht einzieht, bleibt an der Oberfläche und bildet einen Film, der später abblättert — bei Dünnschichtlasuren ist genau das der Fehler, der Nacharbeit erzeugt.
Und die Lappen: Bei ölhaltigen Mitteln gehören sie einzeln flach ausgebreitet oder in Wasser eingelegt. Zusammengeknüllt können sie sich durch Oxidationswärme selbst entzünden — dasselbe wie bei der Terrasse, siehe Holzterrasse pflegen.
⚠️ Fünf Fehler beim Zaun streichen:
- Erst nach der Montage gestrichen. Rückseiten und Stirnkanten bleiben unbehandelt.
- Stirnkanten wie Flächen behandelt. Sie saugen um ein Vielfaches stärker.
- In der Sonne gestrichen. Die Oberfläche trocknet, bevor das Mittel einzieht.
- Zu dick aufgetragen. Der Überschuss bildet einen Film, der abblättert.
- Ölgetränkte Lappen zusammengeknüllt entsorgt. Sie können sich selbst entzünden.
Zu Holzschutzmitteln und ihrer Bewertung veröffentlicht das Umweltbundesamt Informationen. Beim Schleifen und beim Umgang mit Lösemitteln gelten die Regeln der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft: Staubschutz, Handschuhe, für Durchlüftung sorgen. Anforderungen an Beschichtungen auf Holz führt das Deutsche Institut für Normung.
Häufige Fragen
Wie viel Lasur brauche ich für 20 Meter Zaun?
Bei einem Lattenzaun von 1,50 Metern Höhe rund 3,6 bis 6,8 Liter je Anstrich, bei einem geschlossenen Bretterzaun 4,8 bis 9,0. Die Faustregel: Zaunfläche mal zwei für beide Seiten, plus dreißig Prozent für Kanten und Stirnflächen.
Soll ich vor oder nach der Montage streichen?
Vorher, liegend auf Böcken. Nur so erreichst du Rückseiten und Stirnkanten — genau die Stellen, an denen Wasser eindringt und die Fäulnis beginnt. Der Zeitaufwand ist dabei sogar geringer als beim stehenden Zaun.
Bei welchem Wetter kann ich streichen?
12 bis 25 Grad, bedeckt, und 24 Stunden ohne Regen. In der Sonne trocknet die Oberfläche, bevor das Mittel einzieht. Nach Regen brauchst du zwei bis drei trockene Tage, bei frisch imprägniertem Holz vier bis acht Wochen.
Pinsel, Rolle oder Sprühgerät?
Der Flachpinsel mit 60 bis 80 Millimetern ist das Standardwerkzeug, weil er das Mittel in die Fasern bringt. Eine Rolle geht auf großen glatten Flächen, sollte aber mit dem Pinsel nachgezogen werden. Sprühen ist schnell, dringt schlechter ein und trifft die Umgebung mit.